Herbstimpressionen Emmental

Das vielleicht letzte schöne Herbstwochenende vor dem Wintereinbruch habe ich im Emmental verbracht. Eigentlich stand dort primär Wandern auf dem Programm, aber zum Glück habe ich das zusätzliche Gewicht des Kamerarucksacks auf mich genommen. Uns erwarteten wunderbare Sonnenunter- und aufgänge, tolle Nebelstimmungen und eine sternenklare Nacht!

Einzig der Wind war vielleicht etwas gar heftig. Was beim Wandern im Aufstieg noch ganz angenehm ist, entpupt sich auf dem Gipfel spätestens dann zur Herausforderung, wenn das Stativ bedrohlich hin und her wankt. So habe ich meine Hand immer nur Milimeter neben der Mittelsäule, so das ich im Notfall jederzeit zupacken könnte. Kaum werden die Belichtungszeiten etwas länger, hat man wegen der vom Winde verwehten Gräser, Sträuchen und gar Bäumen mit unscharfen Vordergründen zu kämpfen. Ich tue mich deshalb lange schwer, bis ich einen geeigneten Standort für den Sonnenuntergang finde. Schlussendlich hat mir aber genau der Wind zu einem Schnappschuss verholfen: just in dem Moment, als ich den Auslöser betätige, neigt sich die eine Tanne so im Winde, dass die Sonne kurz zwischen den Ästen durchscheint und sich ein wunderbarer Sonnenstern mitten auf mein Sensor bannt. Und nicht zu letzt die schöne Nebelstimmung haben wir ebenfalls dem Wind zu verdanken. Er sorgt für viel Dynamik im Tal und ermöglicht mir, zum ersten Mal eine Nebelwelle fotografieren zu können.

Die sogenannte „Wintermilchstrasse“ ist hierzulande deutlich unspektakulärer als in den Sommermonaten, da der imposanteste Teil – das sogenannte galaktische Zentrum – nicht mehr sichtbar ist. Allerdings hat man in kälteren Nächten oft klarere Luft und man muss nicht mitten in der Nacht aus den Federn, da es doch schon realtiv früh dunkel wird. Wir gehen also direkt nach dem Abendessen noch einmal raus, um die Sterne zu fotografieren, da wir tatsächlich eine dieser kalten, klaren Nächte erwischt haben. Dank Neumond stört uns auch kein Mondlicht. Die Lichtverschmutzung im Aaretal und Richtung Stadt Bern ist allerdings schon beträchtlich, wie man auf den folgenden Bildern unschwer erkennen kann. Dank dem Nebel finde ich die Stimmung aber sehr spannend und komme zum Schluss, dass es sich auch in vermeintlich ungeeigneten Jahreszeiten lohnt, mal Nachts die Kamera auszupacken.

Auch am nächsten Morgen ist der Nebel noch da. Ich nutze die Gelegenheit, um vor dem Frühstück noch ein paar stimmungvolle Aufnahmen zu machen. Hier arbeite ich nun vorallem mit längeren Brennweiten, um die schönen Nebelstimmungen etwas detaillierter einfangen zu können. Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns anschliessend an den Abstieg, rein in eben diesen Nebel.

Auch im Tal kann der Nebel noch spannendes Motiv sein, insbesondere im bunt gefärbten Herbstwald. Er wirkt auf das Licht wie ein natürlicher Diffusor und erlaubt auch mitten im Tag Bilder mit schönem, weichen Licht. Die folgenden Aufnahmen entstanden alle um die Mittagszeit – da, wo die Sonne sonst so richtig knallt und das Licht viel zu hart wäre. Danke, lieber Nebel – bis zum nächsten Mal!

 

2 Comments

  1. Marina
    8. November 2016
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    Wieder wunderschöne Fotos. Vorallem die mit der Nebelwelle einfach toll.

    • Mel
      8. November 2016
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      Vielen Dank Marina. Ja an der Nebelwelle habe ich auch Freude 🙂

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