Steinböcke beobachten

Ich werde oft gefragt, wo sich am besten Steinböcke beobachten lassen. Das Schöne ist: man muss dafür nicht unbedingt bis in den Nationalpark in Graubünden (obschon sich das natürlich grundsätzlich lohnt) oder in allzu schwieriges Gelände. Auch auf geführte Touren oder sogenannte Ranger, wie sie viele Tourismusgebiete mittlerweile anbieten, kann man eigentlich verzichten. Hier ein paar Tipps, wie und wo sich die Könige der Alpen unter anderem beobachten lassen:

Glecksteinhütte SAC, oberhalb Gindelwald

Über die Glecksteinhütte und die dort ansässigen Steinböcke habe ich bereits im August berichtet.

Steinböcke bei der Glecksteinhütte

Creux du Van, Neuenburger Jura

Den Jura verbindet man eher weniger mit alpinem (Stein-)Wild. Das Gebiet rund um die imposanten Felswände des Creux du Van ist ein Naturschutzgebiet, in dem Gemsen, Steinböcke und sogar Luchse leben. Letztere habe ich leider noch nie zu Gesicht bekommen – Steinböcke und -geissen jedoch fast immer.  Ausserdem lohnt sich die schöne Gegend grundsätzlich für einen Ausflug. > Tourenbeschrieb

Steinbock beim Creux du Van

Augstmatthorn, Brienzer Grat

Mein Lieblingsspot um Steinböcke zu beobachten! Ein toller Gratweg, Fernsicht in die Berner Alpen, Tiefblick auf den Brienzersee und praktisch garantierte Wildsichtung. Allerdings muss man schon ein bisschen etwas dafür tun, denn der Zustieg ist entweder lang (> ab Harderkulm) oder ganz schön steil (> ab Lombachalp). Auch sollte man einigermassen schwindelfrei und trittsicher sein.

Steinbock am Augstmatthorn

 

Generelle Tipps zur Wildbeobachtung

Grundsätzlich stehen die Chancen in Naturschutz- oder Jagdbanngebieten am höchsten. Die Tiere gewöhnen sich sehr schnell an Menschen, wenn sie wissen, dass sie keine Gefahr darstellen. Auch ist man gut beraten, sehr früh morgens oder eher am späten Nachmittag loszuziehen, um so den grössten Menschenmassen zu entfliehen. Die Tiere mögen es luftig und stehen gerne auf Gratkanten, Felsvorsprüngen etc. Wanderpausen machen, mit offenen Augen und evtl. Feldstecher das Gelände absuchen und auch mal zurück schauen! Sind Steinböcke in Sichtdistanz, kann man sich ihnen ruhig und ohne hektische Bewegungen nähern (natürlich immer in dem Rahmen, wie es das Gelände zulässt). Oft lassen sie einem erstaunlich nahe ran. Ists zu nahe, warnen sie mit einem lauten Pfiff. Die Tiere niemals bedrängen und ihnen nicht die „Fluchtmöglichkeit“ abschneiden! Auch Hunde gehören zumindest an die Leine, sofern man es nicht übers Herz bringt, sie für einmal nicht zum Wandern mitzunehmen.

 

3 Comments

  1. […] auf dem Brienzergrat, in der Nähe des Augstmatthorns: ich stehe vor einer Herde Steinböcke und bin ganz aufs Fotografieren konzentriert, als plötzlich ein Schatten über meinen Kopf hinweg […]

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