Auf der Suche nach Sonne im Centovalli

Ein Blick auf die Wetterprognose verhiess auch dieses Wochenende nichts gutes: Regen, Wind, Temperaturen nahe an der Nullgrad-Grenze. Dabei hätte ich dringend ein bisschen Natur, Berge und Sonne nötig. Die Flucht in den Süden schien mir da die beste Option.

An der Bergstation der kleinen Gondelbahn werde ich aber zunächst vom Regen begrüsst. Naja, vielleicht finde ich so den ein oder andern Feuersalamander. Seit meiner Kindheit habe ich diese hübschen Amphibien nicht mehr gesehen. Damals schlichen sie manchmal bei Regenwetter im Garten meiner Grosseltern rum. Im Centovalli soll es sie zahlreich geben. Allerdings schüttet es dermassen, dass ich innert kürzester Zeit klatschnass bin und meine Motivation nahe am Nullpunkt. Oder Gefrierpunkt. Statt weiterer Erkundungstouren (…ans Fotografieren ist bei diesen Verhältnissen nicht mal zu denken…) flüchte ich also ins Berghaus, wo ich mich erstmal etwas aufwärme und die Ausrüstung zum trocknen ausbreite.

Gegen Abend lässt der Regen etwas nach und ich wage mich wieder raus. Feuersalamander kann ich leider keine finden (…wie gut können die sich denn verstecken mit ihren knallgelben Flecken?!), dafür ein hübsches Buchenwäldchen. Das Grün der jungen Blätter leuchtet dank der Nässe regelrecht und gibt einen wunderbaren Kontrast mit dem rötlichen Laub am Boden. Auf dem Rückweg zum Berghaus sehe ich tatsächlich einige Löcher in der Wolkendecke (…leider immernoch keine Salamander…), was mir etwas Hoffnung für den morgigen Sonnenaufgang gibt.

So stelle ich den Wecker auf 05:15 Uhr (…hallo liebe Sommerzeit…) und harre wenig später an „meinem“ Sonnenaufgangs-Spot aus. So richtig kann sich das Licht dann doch noch nicht durchsetzten – zu dicht ist das Gewölk im Osten. Das dezente Morgenrot verspricht aber Besserung, weshalb ich noch vor dem Frühstück eine kurze Wanderung entlang des Panoramaweges unternehme. Mittlerweile windet es sehr stark – weitere Waldaufnahmen sind also Fehlanzeige. Dafür bewegen sich die Wolken entsprechend schnell, was für abwechslungsreiche Lichteinfälle sorgt. In solchen Situationen arbeite ich dann gerne auch in der Landschaftsfotografie mal mit dem Tele, besonders wenn die Aussicht so toll ist! Insofern haben auch der Regen vom Vortag und die Föhnböen etwas Gutes: die frisch gewaschene Luft ist wirklich unglaublich klar, die fernen Gipfel scheinen zum Anfassen nahe! Nur die Feurersalamander habe ich bis zuletzt leider nicht angetroffen. Unter anderem ein Grund, wieder ins Centovalli zurück zu kommen – vielleicht eben auch bei Regenwetter!

2 Kommentare

  1. 13. Mai 2019
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    In den Bergen gibt es kein schlechtes Wetter. Nur die falsche Einstellung. Traumhaft… ein Wochenende in vermutlich (fast) menschenleeren Bergen. Neid.

    • 27. Mai 2019
      Antworten

      Danke Oli! Ja, die Gegend ist wirklich wunderbar wild & ruhig (zumindest in der Nebensaison – könnte mir vorstellen, dass es im Sommer auch etwas voller wird). Ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort 🙂

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