Einmal f-stop, immer f-stop…

Als ich Anfang des Jahres eine Anfrage für eine kleine Kooperation mit einem Kamerarucksack-Hersteller bekam, habe ich mich im ersten Moment sehr gefreut. Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir aber, dass es alles andere als authentisch wäre, wenn ich auf meinen Social Media Kanälen dieses Produkt bewerben würde – auch wenn ich es tatsächlich für sehr gut halte. Doch mein Herz gehört seit Jahren einem anderen Hersteller: f-stop.

Daraus habe ich auch nie einen Hehl gemacht, im Gegenteil: Freunden und Workshop-Gästen habe ich die Rucksäcke der amerikanischen Firma immer wärmstens empfohlen und gerne Fragen dazu beanwortet, soweit ich das konnte. So überlegte ich mir dann vor ein paar Monaten, proaktiv auf f-stop zuzugehen und die Möglichkeit einer allfällige Zusammenarbeit auszuloten. Und siehe da: ich wurde mit offenen Armen empfangen und darf seither als Pathfinder Ambassadorin agieren. Bereits nach dieser kurzen Zeit „an Bord“ kann ich sagen, dass ich mich sehr wohl und gut aufgehoben fühle und mich bereits auf viele kommende Projekte & Produkte freue! Hinter den Kulissen wird wirklich mit sehr viel Herzblut und einem weiten Blick, unter anderem auch auf Themen wie Nachhaltigkeit, gearbeitet.

Doch ich möchte in diesem Blog primär auf die Produkte und meine jahrelange Erfahrungen damit eingehen. Mittlerweile ist die Palette an Rucksäcken und Taschen nämlich ziemlich breit und man kann schon mal den Überblick verlieren. Vielleicht hilft dem ein oder andern dieser Blogbeitrag ein bisschen bei der Einordnung und der Auswahl eines Kamerabags, denn wie so oft haben alle ihre Vor- und Nachteile. Ich besitze aktuell drei Rucksäcke, welche ich euch gerne etwas näher vorstelle:

Satori 62 L

Dies war mein erster f-stop und er war für mich wirklich DIE Erleuchtung in Sachen Kamera-Rucksäcken. Davor habe ich ziemlich viel „Lehrgeld“ bezahlt und unzählige andere Herstellter durchprobiert. Hier hatte ich nun endlich die Kombination aus Tragekomfort, Robustheit und Praxistauglichkeit, die ich mir immer gewünscht habe, gefunden. Und nach über 8 Jahren im Einsatz kann ich sagen: die Qualität ist echt top! Der Satori musste bei mir schon ziemlich viel durchmachen, sei es Regen, Schnee, Sand, Matsch – bisher hat er mich noch nie im Stich gelassen. Nässe hält er bis zu einem gewissen Grad gut aus, wenns wirklich kübelt, kommt ein zusätzliches Raincover zum Einsatz.

Wie alle f-stop Rucksäcke ist er modular aufgebaut. Das heisst, man kauft sich zu der „Rucksack-Hülle“ auch mindestens ein ICU (Internal Camera Unit – also das Teil mit den abgetrennten Fächern, wo die Ausrüstung geschützt verpackt werden kann) dazu. Ich nutze den Satori meistens mit dem Pro Large ICU. Wenn weniger Fotogepäck und mehr sonstige Ausrüstung mit soll, nehme ich gerne auch das Medium Slope ICU.

Was ich am Satori besonders schätze, ist dass er trotz „Vollbepackung“ und entsprechendem Gewicht noch sehr bequem zu tragen ist. Er ist meine erste Wahl für längere, mehrtägige Touren, wo möglichst viel mit soll/muss. Den Schlafsack beispielsweise befestige ich gerne mittels zusätzlichen Straps an der Untenseite, Stativ kommt in die eine Seitentasche, Schlafmatte in die andere, Schneeschuhe an die Hinterseite etc. – man hat wirklich schier unzählige Möglichkeiten.

Entscheidener Nachteil: der Satori ist so leider nicht mehr erhältlich, was wirklich schade ist. Als Nachfolger können der etwas grössere Shuka (70L) oder der Tilopa (50L) angesehen werden. Beide haben jedoch nicht mehr die Netztaschen auf der Seite, sondern fixe, mit Reissverschluss verschliessbare Seitentaschen. Die haben sicher auch ihre Vorteile, doch ich mochte/mag die Netze, welche einen sehr schnellen Zugriff auf das dort verstaute Material ermöglichen. Zudem erachte ich das Volumen von etwa 60 L irgendwie als „Sweet Spot“ für mich. Alles darüber ist mir zu gross/schwer, darunter kanns eng werden.

Ein weiterer Nachteil ist theoretisch, dass der Satori nicht mehr ganz Handgepäck-tauglich ist. Ich hatte ihn jedoch bereits auf mehreren Flugreisen dabei und nie Schwierigkeiten gehabt. Im „Ernstfall“ würde das Pro Large ICU alleine jedoch als Handgepäck durchgehen und der Rucksack müsste halt aufgegeben werden.

Tilopa 50 L

Das jüngste Mitglieder meiner Rucksack-Familie ist etwas kompakter als der grössere Satori und ist mittlerweile meine erste Wahl für einfachere Tagestouren. In Kombination mit dem Pro Large ICU passen meine gesamte Ausrüstung plus Ersatzkleider, eine Tagesration an Verpflegung und, wenns sein muss, auch noch ein 14″ MacBook konfortabel rein. Und das beste: Beim Fliegen passt er ins Handgepäck!

Einzig die bereits erwähnten Netztaschen vermisse ich hier ein bisschen. Ansonsten ist er relativ ähnlich aufgebaut wie der Satori: (weitgehend) wasserdichtes Material mit verstärktem Boden, Tasche für Raincover, viele Optionen für Zusatzstraps oder sonstige Befestigungsmöglichkeiten, detailverliebte Taschen und kleine Stauräume und auch das selbe bequeme Tragesystem. Tatsächlich war dies für mich der Hauptgrund, den Tilopa dem noch etwas kompakteren Ajna (40 L) vorzuziehen. Letzterer ist zwar vom Leergewicht her etwas leichter, aber eben halt auch „minimalistischer“ Gebaut und so ist beispielsweise der Hüftgurt deutlich weniger gepolstert als bei meinem Tilopa.

Kashmir UL 30 L

Während der Satori und der Tilopa der Mountain Series angehören, stammt der Kashmir UL aus der Ultralight Series, welche – wie es der Name bereits vermuten lässt – auf ultraleicht gebaut ist. Dies hat natürlich den entscheidenden Vorteil, dass das Leergewicht des Rucksacks wirklich gering ist und selbstverständlich ist er aufgrund des kleineren Packmasses auch Handgepäck-tauglich.

Gespart wird hier aber halt auch ein bisschen am Komfort und an der Robustheit: das Tragesystem ist nicht sehr gepolstert und Nässe hält er ohne Regenschutz weniger lange Stand als die „grossen Brüder“.

Da ich den Kashmir UL natürlich nicht gleich vollstopfe wie die beiden Grossen, liegt er mir auch ohne die gepolsterten Gurte gut auf der Hüfte. Ich nutze ihn entweder mit dem Medium Slope ICU oder manchmal auch ganz ohne ICU, wenn ich beispielweise am Abend noch rasch eine Runde durch den Wald drehe und nur die Kamera mit dem gemounteten Tele und vielleicht eine Jacke oder einen kleinen Snack mitnehme.

Ich glaube, mit diesem Trio eine perfekte Kombinatin gefunden zu haben, die eigentlich alle Bedürfnisse, die ich an einen Kamerarucksack habe, abdecken. Was bei f-stop im ersten Moment etwas verwirren erscheinen kann, erachte ich mittlerweile als deren grossen Vorteil: die Flexibiltät, die man durch das modulare System hat. So kann man sich für jede Situation den passenden Rucksack zusammen kombinieren. Das bei dem – zugegebenermassen – nicht ganz günstigen Anschaffungspreisen auch die Qualität stimmen muss, erachte ich als selbstverständlich und kann ich dank meiner langjährigen Nutzung ohne zu Zögern bestätigen.

Falls nach diesem Blog noch Fragen offen geblieben sind, dürft ihr diese gerne per Kommentar oder Mail stellen. Am besten kann ich sie natürlich zu den drei erwähnten Modellen, welche ich aus erster Hand kenne, beantworten, versuche aber gerne auch, bei anderen Modellen oder allgemeinen Themen weiterzuhelfen 🙂

Disclaimer:
Als Pahtfinder Ambassador konnte ich meinen jüngsten Rucksack zu Sonderkonditionen beziehen, was weder meine Meinung noch meine Berichterstattung in diesem Blog beeinflusst haben. Ebenso wurde ich von der Firma f-stop weder ermutigt, diesen Beitrag zu schreiben, noch wurde in irgend einer Weise inhaltlich darauf Einfluss genommen. Wie immer dürft ihr euch auf meine ganz persönliche Erfahrung und Meinung verlassen.

Als Pathfinder Ambassador darf ich meinen Workshop-Gästen sowie treuen Leserinnen und Lesern meines Bloges einen kleinen Rabatt auf f-stop Produkte weitergeben. Bei Interesse schreibt mir gerne ein Mail.

3 Kommentare

  1. David
    5. November 2021
    Antworten

    Guten Tag,

    Toller Bericht. Danke dafür. Habe mich auch bei einigen Rucksäcken durchprobiert und habe jetzt den Lotus. Einziges Manko wie bei dir sind die Seitentaschen. Da hätte ich auch gerne die Netztaschen gehabt. Hast du da mal gefragt warum sie auf diese Art von Tasche gewechselt sind? So gut wie alle die ich kenne, stören sich etwas an dem Detail.
    Gruss

  2. David
    7. November 2021
    Antworten

    Toll. Danke für den Hinweis. 🙂

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