Ich stehe an Deck, der kalte Wind peitscht mir ins Gesicht und treibt mir Tränen in die Augen. Trotzdem starre ich auf das Meer, das dunkel und ruhig unter mir liegt. Plötzlich taucht eine Rückenflosse auf, kurz darauf noch eine – Orcas, so nah, dass ich ihren Atem hören kann! Über uns liegt ein winterliches Licht, weich und pastellfarben, als würde der Tag nie ganz beginnen. Was er de facto auch nicht tut – denn wir sind in Nordnorwegen, während der Polarnacht. Alles fühlt sich hier konzentriert an: Wale, Adler, Berge und Himmel rücken näher zusammen. Zwischen Polarnacht und Polarlicht entstehen Momente, die mich bis heute begleiten und sich in meiner Erinnerung verankert haben…
Schlagwort: Norwegen
Ich nutze die Ruhe während den Festtagen jeweils gerne, um das vergangene Jahr etwas Revue passieren zulassen und traditionellerweise hier im Blog einen kleinen Jahresrückblick in Form von 12 Lieblingsbildern zu präsentieren – viel Spass beim Lesen & Betrachten!
Etwas im Schatten ihrer bekannten Nachbaren, den Lofoten, liegen die Vesterålen etwa 300km über dem Polarkreis vor der Küste Norwegens. Wir konnten die vom Massentourismus bisher weitgehenst verschonte Inselgruppe Ende Herbst während ein paar Tagen erkunden und haben bei dieser Gelegenheit auch gleich den Winter gefunden.
“Was macht ihr denn im Herbst auf den Lofoten?” – diese Frage habe ich im Vorfeld einige Male gehört. Mitternachts-Sonne sei dank, erfreut sich die Inselgruppe im hohen Norden Norwegens unter “Normalreisenden” vorallem im Sommer grosser Beliebtheit, während es Fotografinnen und Fotografen besonders im Winter scharenweise anzieht. Weshalb nun also ausgerechnet Herbst? Mir fallen dazu vier Gründe ein: die Farben, das Wetter, die Einsamkeit – und: erste Nordlichter!
