Verstecktes Paradies: die Catlins

Die Catlins sind eine Region, die wegen ihrer Abgeschiedenheit von Neuseeland-Reisenden oft übersprungen wird. So auch von mir bisher – was sich im Nachhinein als gewaltiger Fehler rausgestellt hat! Mit ihrer artenreichen Tierwelt, den malerischen Küsten, dem sternenklaren Nachthimmel und den wohl spektakulärsten Wasserfällen des Landes gehören die Catlins definitiv zum Schönsten, was Neuseeland zu bieten hat!

Faul liegen die Seelöwen an den einsamen, kilometerlangen Strände zwischen Invercargill und Balclutha, jene Region ganz im Süden Neuseelands, die als The Catlins bezeichnet wird. Diese Vertreter der Familie der Robben sind deutlich grösser als die Seebären, die wir beispielsweise Kaikoura gesehen haben. Und auch deutlich seltener! Mehr als eine handvoll Tiere sieht man kaum, meist sind es nur ein Bulle und eine Kuh. Beim fotografieren ist somit viel mehr Geduld gefragt, bis sich die bis zu drei Meter grossen Kolosse endlich mal bewegen. Sie aus dem Schlafe zu wecken ist übrigens nicht ratsam; sie gelten im Gegensatz zu den friedlichen Seebären als eher aggressiv, wenn es draum geht, ihr Revier zu verteidigen. Und ob sie dann bei einem Angriff immer noch so faul sind, möchte ich – in Anbetracht ihrer doch bedrohlichen Zähne – nicht ausprobieren…

Ein weiters sehr seltenes Meerestier, das sich hier mit etwas Glück beobachten lässt, ist der Hector Delfin. Er ist mit etwa 1.50m der kleinste Delfin der Welt und alle der rund 10’000 Individuen leben in den Gewässern um Neuseeland. Sie sind so verspielt, dass sie neben Surfern wellen reiten oder einem beim Baden förmlich um die Beine schwimmen. Letzteres ist allerdings nur etwas für die ganz Hartgesottenen, denn die Wassertemperatur in den Buchten der Catlins dürfte auch im Hochsommer die 15-Grad-Marke nur knapp überschreiten. So habe ich es auch vorgezogen, die süssen Mini-Delfine vom Strand aus zu beobachten:

Am bekanntesten ist die Region wohl für ihre wunderschönen Wasserfälle. Allen voran die Purakaunui Falls könnten direkt einem märchenhaften Gemälde entsprungen sein. Leider führten die Bäche und Flüsse bei unserem Besuch nicht ganz so viel Wasser, doch auch wir haben uns vom ein oder anderen Wasserfall verzaubern lassen – zumal die kurzen Wanderungen dorthin immer durch prächtigen, saftig grünen Regenwald führt.

Am meisten gefallen haben mir aber die vielseitigen Küstenlandschaften! Von einsamen Sandstränden über steinige Abschnitte bis hin zu schroffen Klippen gibt es hier einfach alles! Und das beste: die Landschaft ist so dünn besiedelt und (zumindest in der Nebensaison) frei von Massentourismus, so dass man diese wunderbaren Landschaften praktisch für sich alleine hat!

 

2 Kommentare

  1. 17. Mai 2018
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    Ja die Catlins… für mich ebenfalls die Region mit einer Fülle an Naturschätzen verschiedenster Art und etwas unterschätzt im Zusammenhang mit Neuseeland. Was ja aber auch schön ist :). Schöne Beitrag Mel!

    • 17. Mai 2018
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      Merci viu mau! Ja sisch würklech fantastisch! Einzig mit de Pinguine hets leider nid ganz klappet. Aber so hani ämu ä Grund (meh), nomau z ga

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