Herbstwochenende im Alpstein

Der Alpstein gehört zu jenen Region der Schweiz, die ich schon lange mal besuchen wollte und bisher immer etwas dazwischen gekommen ist. Diesen Herbst haben wir endlich Nägel mit Köpfen gemacht und sind während drei Tagen durch Herbstsonne, Nieselregen, peitschenden Wind und stockdichten Nebel gewandert.

Auf der Sonnenterrasse des Berghauses Aescher geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. Dass wir ein Sitzplätzchen ergattern können, ist nichts anderes als Glück, wird dieses in den Fels gebaute Bergrestaurant doch seit Monaten regelrecht überrant – Instagram & NationalGeographic – Titelfoto sei Dank… Der schönen Aussicht und der währschaften, aber sehr leckeren Küche tut dieser Rummel zum Glück keinen Abbruch.

Wir nehmen den steilen Abstieg zum Seealpsee unter die Füsse und deponieren bald unser Gepäck im Berghaus Forelle, wo wir heute übernachten werden. Bis in den späten Nachmittag geniessen wir die Herbstsonne – ab morgen soll das Wetter umschlagen. Zunächst haben wir sogar Schneefall befürchtet, doch es bleibt bei Wind & Regen. Nicht unbedingt das angenehmste Wanderwetter, aber mit diesen Verhältnissen können wir die Überquerung der Bogartenlücke doch wagen. Spätestens im Schlussaufstieg kommen wir trotz den frischen Temperaturen etwas ins Schwitzen. Rechtzeitig, als wir den höchsten Punkt erreichen, bricht tatsächlich die Sonne für einige Minuten durch und taucht die schroffe Landschaft in wunderbares Herbstlicht. Mich erinnert die Szenerie spontan an Schottland und ich schaue faziniert den Nebelschwaden zu, wie sie durchs Tal ziehen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause steigen wir in eben diese Nebelschwaden ab. Bald darauf setzt wieder Regen ein und wir sind froh, am Gästehaus beim Fählensee unsere klatschnassen Kleider und Rucksäcke im Trockenraum deponieren zu können. Insgeheim gebe ich die Hoffnung nicht auf, noch die Saxerlücke zu besteigen und den Sonnenunter oder -aufgang fotografieren zu können, doch Petrus ist mir dieses Mal nicht wohl gesonnen. So entscheiden wir uns auch tags darauf für den Talweg und passieren dabei einen weiteren Bergsee. Zusammen mit dem Regenwetter wurde schlussendlich Wasser das bestimmende Element dieses Wochenendes und so packe ich passenderweise an einem Bergbach noch einmal meine Kamera für ein letztes Herbstfoto aus.

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