Im Banne der röhrenden Hirsche

Sie sind die Könige der Wälder – und sie zu fotografieren gehört wohl zu den Königsdisziplinen der hiesigen Wildtierfotografie. Ich habe die Hirschbrunft zu meinem fotografischen Herbstprojekt gemacht und war im Berner Oberland, im Graubünden und im Wallis auf der Pirsch.

Berner Oberland

Kaum zurück aus Alaska & Kanada machte ich mich auf in jenes Tal, in dem sich zur Brunfzeit zahlreiche Hirsche sammeln und um die Wette röhren. Bitte habt Verständnis, dass ich den genauen Ort nicht öffentlich ins Internet schreibe – wer mich aber nächstes Jahr mal begleiten möchte, kann sich gerne per E-Mail bei mir melden. Ich werde nämlich bestimmt wieder hingehen, da es einerseits für mich das naheliegendste ist und ich andererseits mit der „Ausbeute“ noch nicht ganz zufrieden bin. Immerhin gelang mir hier nach ein paar Stunden ansitzen und einigen Fernaufnahmen auch das erste Bild eines kapitalen Platzhirsches. Leider traute er sich erst ziemlich spät, als es schon fast komplett dunkel war, aus dem Wald auf die Wiese, wo die Hirschkühe schon lange friedlich grasend warteten.

 

Graubünden

Der Schweizerische Nationalpark im Engadin ist sicher die bekannteste Adresse, um Hirsche zu sehen. Während der Brunftzeit kann es gar schwierig werden, noch eine Unterkunft zu erwischen. Ich habe mein verlängertes Wochenende zum Glück schon weit zum voraus gebucht und das Fotografieren auch gleich mit ein bisschen Wandern verbunden. Und das war eine gute Wahl, denn was ich nämlich nicht bedacht habe: im Nationalpark dürfen keine Wege verlassen werden. Zum (Tiere) fotgrafieren natürlich sichtlich suboptimal. Trotzdem waren es tolle und sehr eindrückliche Tage – schon nur akkustisch muss man das mal erlebt haben!

 

Wallis

Auch im Wallis wollte ich mein Glück versuchen und kehrte in jenen Wald zurück, in dem ich diesen Frühling einer Hirschfamilie begegnet bin. Damals hatte ich die Kamera nicht zur Hand und die Tiere waren natürlich innert kürzester Zeit über alle Berge. Ich habe mir vorgenommen, zur Brunft wieder zu kommen. Ein Glückstreffer! Bereits vor Sonnenaufgang ging ich auf die Pirsch und sah neben Gämsen, Eichhörnchen und Tannenhähern auch einige Hirsche – aber wieder einmal eher aus der Ferne. Da das Wetter mindestens bis Mittag noch stabil bleiben sollte, zog ich nach dem Frühstück noch einmal los. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, war bereits auf dem Rückweg, als es wenige Meter über mir im Wald knackste. Und da stand er: der König der Wälder, musterte mich sekundenlang, legte den Kopf in den Nacken, röhrte was das Zeug hielt und zottelte kurz darauf weiter. Was ich dann ebenfalls tat, glücklich über die vielen schönen Begegnungen, insbesondere diesem krönenden Abschluss!

 

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