Best of 2025

Happy new year! Schon wieder ist ein Jahr rum – die Zeit vergeht wie im Flug! Doch die letzten Tage konnte ich es zum Glück auch etwas ruhiger angehen und in Erinnerungen schwelgen. 2025 war ein sehr buntes und ereignisreiches Jahr, das mir wunderbare (Foto-)Momente beschert hat. Viel Spass bei meinem traditionellen Jahresrückblick!

Im Reich des Bartgeiers

Wir haben das Jahr in den Walliser Alpen gestartet, was mittlerweile auch schon fast eine kleine Tradition geworden ist. Heuer wurden wir sogar mit Steinböcken und einem Fuchs überrascht, aber im Zentrum standen einmal mehr die alpinen Vögel – allen voran der Bartgeier. Auch wenn ich mittlerweile doch einige schöne Begegnungen (und Fotos) mit ihm hatte, so bin ich doch jedes Mal aufs Neue fasziniert, wenn diese majestätischen Tiere an mir vorbei gleiten. Und dieses Jahr gelang mir nun endlich auch eine Aufnahme mit dunklem Hintergrund. Etwas, was ich schon oft probiert habe und ebenso oft daran gescheitert bin, da es technisch viel schwerer ist, als gegen den blauen Himmel oder den weissen Schnee zu fotografieren. Mein Fotojahr wurde also bereits im Januar voll lanciert!

Bartgeier, Schweiz, Januar 2025

Vögel, Jungtiere und viel Zeit im Wald

Den Frühling habe ich grösstenteils im Wald verbracht. Auch wenn ich eindeutig der Wintertyp bin, finde ich es schon auch schön, wenn das saftige Grün und vor allem das Vogelgezwitscher zurück kehrt. Dank Andrea hatte ich diesen Frühling die einmalige Chance, Jungdachse zu beobachten & fotografieren. Ein absoluter Jackpot, denn bei allen Dachsbauten, die ich bisher kannte, kamen die Tiere erst weit nach Sonnenuntergang raus. Die drei hier waren aber offenbar sehr neugierig und die Dachsmama ziemlich entspannt. So konnten wir den Rackern wunderbar beim Spielen zuschauen und einige Bilder sind dabei entstanden. Mehr gibts im entsprechenden Blogbeitrag.

Dachsbaby, Schweiz, April 2025

Wenn man viel Zeit in der Natur, oder eben hier im konkreten Fall im Wald, verbringt, kommt man manchmal auch in Situationen, mit denen man überhaupt nicht rechnet. Eine davon war, als uns ein Rehbock quasi vor die Kamera lief. Mit angehaltenem Atem und in Zeitlupentempo konnte ich mein Objektiv ausrichten und mein wohl bisher schönstes Rehbild aufnehmen. Auch mit den Jungfüchsen hatte ich wieder Glück, obwohl ich keinen grossen Fokus drauf gelegt habe. Und es war auch etwas Besonders, denn noch nie zuvor hatte ich so junge Füchse gesehen! Sie waren noch so klein, dass sie kaum sehen konnten und entsprechend auch noch keine Fluchtdistanz hatten.

Reh, Schweiz, April 2025

Fuchsbaby, Schweiz, April 2025

Wie bereits erwähnt, erfreue ich mich im Frühling auch immer den Vögeln. So sind wir einmal mehr für ein verlängertes Wochenende in den Kaiserstuhl gefahren. Unterwegs haben wir noch Jakob, dem Waldkauz, einen Besuch abgestattet:

Waldkauz, Schweiz, April 2025

Der Kaiserstuhl ist unter Fotografen und Ornis vor allem für den Wiedehopf bekannt. Und ja, auch ich bin diesem gefiederten Punk ziemlich verfallen. Ich arbeite schon länger an einem Portfolio und hätte wohl so langsam auch einige Aufnahmen beisammen, aber etwas hat sich leider auch im vergangenen Jahr nicht geändert: ich bin hoffnungslos im Rückstand mit aussortieren und entwickeln meiner Fotos. Darum hier einfach mal ein stellvertretendes Bild vom vergangenen Mai:

Wiedehopf, Kaiserstuhl, Deutschland, April 2025

Mein Hauptfokus lag diesen Frühling jedoch auf Spechten. Ich habe viel Zeit in Bergwäldern verbracht auf der Suche nach dem Dreizehenspecht. Leider jedoch ohne ein vorzeigbares Bild zu bekommen – er ist und bleibt einfach mein Endgegner (…zusammen mit dem Schneehasen!). Dafür gelang mir das zweite Wunschbild, und zwar jenes eines fütternden Schwarzspechtes. Auch hierfür muss sehr viel zusammen passen: erst einmal muss eine fotografierbare Höhle gefunden werden. Dann muss diese auch von einem Spechtenpaar bewohnt sein. Daran ist es bei mir die letzten Jahre immer gescheitert: von Kleiber über Hornissen war alles in der Höhle – nur eben kein Schwarzspecht! Dieses Jahr hat Jan jedoch eine bewohnte Höhle entdeckt und beobachtet. Es brauchte also nur noch Geduld, bis die bettelnden Jungen die Köpfe rausstreckten. Und als es dann soweit war, galt es, keine Zeit zu verlieren, denn der Ausflug der Jungen kann innert Tagen oder sogar Stunden vonstatten gehen! Ich war zum Glück rechtzeitig vor Ort und konnte meine Traumbilder schiessen, wo von eines sogar beim renommierten Fotowettbewerb der Vogelwarte ausgezeichnet wurde.

Schwarzspechte, Schweiz, Mai 2025

Steinböcke im Bergsommer

Bald einmal zog es mich dann wieder in die Berge. Obwohl ich gefühlt etwas weniger Zeit für eigene Projekte hatte, als mir eigentlich lieb wäre. Workshops und Höhenmeter-Training für einen geplanten Lauf hatten Priorität und auch das Wetter hat mir ein, zwei mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem sind dann schlussendlich drei Portfolio-Aufnahmen entstanden, unter anderem auch im Rahmen eines Workshops, an denen ich doch recht Freude habe:

Steinbock, Schweiz, August 2025

Steinbock, Schweiz, Juli 2025

Steinbock, Schweiz, August 2025

Skandinavien zum Ersten

Ende August ging es endlich los auf die lang ersehnte, sechswöchige Reise in den Hohen Norden. Zuerst mit dem Zug nach Hamburg, von dort mit dem Mietcamper weiter durch Schweden bis hoch nach Lappland und wieder retour via Norwegen & Dänemark. Ich möchte noch einen oder mehrere separate Blogbeitrag/-beiträge über diese Reise schreiben, denn wir durften wirklich einiges erleben und es fällt mir schwer, hier Highlights heraus zu picken. Ich probiere es trotzdem und beginne wiederum mit einem Vogel – dem Unglückshäher. Er stand zuoberst auf meiner Wunschliste tierischer Motive; zusammen mit dem Polarfuchs, meinem All-Time-Fav (…und ja, wir haben auch ihn gefunden!). Hier bekam ich einen heissen Tipp von Chris, der uns an eine wunderbare Location in Schwedisch Lappland führte, wo wir tatsächlich drei Exemplare dieser genialen Vögel fanden. Sie sind eng verwandt mit den kanadischen Grey Jays oder auch unseren heimischen Tannenhäher, welche ich ja auch über alles liebe. Neben ihrer optisch hübschen Erscheinung finde ich vor allem ihr neugieriges Wesen goldig. Die Unglückshäher werden beispielsweise durch Lagerfeuer angelockt und kommen wirklich aktiv auf Menschen zu – sicherlich auch in der Hoffnung, mal ein Stück Käse oder Wurst abstauben zu können. Ich hatte also ausgiebig Zeit, sie zu fotografieren und hatte schlussendlich auch meine Flugaufnahme im Kasten:

Unglückshäher, Schweden 2025

Mein grösstes Ziel dieser Reise war, den Sarek Nationalpark zu besuchen. Seit ich das erste Mal ein Bild des Rapadalen, dieses riesige, von einem mäandernden Fluss gefüllte, Tal, sah, wusste ich: das muss ich mit eigenen Augen sehen! So habe ich im Vorfeld recherchiert und wusste, dass wir für die Wanderung auf den Skierffe, jenem Gipfel, der über dem Rapadalen aufragt, drei bis vier Tage hin & zurück rechnen mussten. Wir brauchten also ein gutes Wetterfenster, denn der Sarek wird nicht umsonst Europas letzte Wildnis genannt: es gibt kein Handyempfang, abseits des Kungsleden keine wirklichen Wege und auch sonst keine Infrastruktur – abgesehen von ein paar Berghütten und Ruderbooten für Seeüberquerungen, welche aber im September bereits alle im Winterschlaf waren. Das hiess für uns zusätzliche Strecke und zusätzliches Gepäck in Form der Campingausrüstung. Leider zeigte sich das Wetter im herbstlichen Lappland aber von seiner launischen Seite. Wir harrten also einige Tage in der Region Gällivare aus, bis wir es dann doch wagten. Jedoch wurden aus den drei bis vier Tagen schlussendlich zwei Tage – mit je 25km, 800HM und 15kg Gepäck. Das Training vom Frühling & Sommer hat sich also bezahlt gemacht! Es war hart, aber als ich schlussendlich auf dem Skierffe stand und in die Tiefe schaute, waren alle Strapazen vergessen. Worte können dieses Gefühl kaum beschreiben und es war wohl (neben dem aktiven Vulkan in Island) das schönste & intensivste, was ich jemals gesehen & erlebt habe!

Rapadalen, Sarek, Schweden, September 2025

Den Heimweg haben wir so geplant, dass wir noch genügend Zeit im Dovrefjell-Nationalpark verbringen konnten. Ich habe mich sehr gefreut, nach fast 10 Jahren wieder dort zu sein – meiner Meinung nach eine der schönsten und fotografisch am lohnendsten Regionen Norwegens. Wir haben vor Ort Thomas und Marc getroffen und uns mit ihnen auf die Suche nach den Moschusochsen gemacht. Auch die Elche waren ziemlich aktiv und das alles umrahmt von wunderschönen Herbstfarben und dem ersten Schnee!

Moschusochse, Norwegen, September 2025

Herbst am Matterhorn

Durch meine ausgiebigen Reisen war der Herbst in der Schweiz kurz und ich musste mich auf wenige Ziele festlegen. Etwas, was ich schon länger im Köcher habe, war das Matterhorn hinter goldenen Lärchen. Was mich bisher davon abhielt, war die Wahl zwischen einer kalten Biwaknacht oder ein 700m-Aufstieg im Dunkeln. Da ich mir diesen Herbst letzteres allerdings zutraute, versuchte ich mein Glück – und voilà, es ging auf! Die Verhältnisse waren perfekt und ich war sogar schneller als gedacht oben, so dass ich noch ein paar Sternenfotos mitnehmen konnte.

Zermatt Oktober 2025

Zermatt, Oktober 2025

Skandinavien zum Zweiten

Ja und im November ging es bereits wieder in den Hohen Norden – dieses Mal allerdings direkt mit dem Flugzeug nach Tromsø, wo wir nach ein bisschen Akklimatisation auf die MS Virgo eingeschifft wurden und uns auf zu den Orcas machten. Die darauf folgenden Tage waren Magie pur – ich verliere hier nicht mehr allzu viele Worte, sondern verweise gerne auf den entsprechenden Blogbeitrag.

Orcas, Norwegen, November 2025

Nach der Expedition hatten wir noch eine halbe Woche, um die Region mit dem Mietauto zu erkunden. Die Tage waren kurz, aber wir haben unter anderem trotzdem einen Ausflug nach Senja gemacht. Auch hier hatten wir traumhafte Verhältnisse: frisch verschneite Landschaft, klirrende Kälte und ein Licht, wie es einfach nur der Norden kann. Ich konnte mich also auch noch ein bisschen in der Landschaftsfotografie austoben, was wohl – wenn ich diesen Blog so überfliege – im vergangenen Jahr wieder etwas zu kurz kam…

Tungeneset, Senja, Norwegen, November 2025

Geburtstags-Fuchs

Im Dezember haben wir dann mit einer Tradition gebrochen: die letzten Jahre habe ich mir immer gewünscht, meinen Geburtstag im Engadin zu verbringen. Doch dieses Jahr wagte ich es über die Grenze, und zwar in den Gran Paradiso Nationalpark in Italien. Der ist ja vor allem bekannt für Steinböcke, aber auch Gämsen oder Bartgeier kommen in grosser Zahl vor. Leider war Schnee genauso Mangelware wie bei uns, was zur Folge hatte, dass wir die Steinböcke nur aus recht grosser Distanz beobachten konnten. Ganz im Gegensatz zu diesem Fuchs – eine bessere Geburtstags-Überraschung hätte ich mir nicht wünschen können!

Rotfuchs, Gran Paradiso, Italien, Dezember 2025

Ich hoffe, ihr habt meinen Jahresrückblick genossen und ihr könnt auf ein ebenso schönes Jahr zurück blicken. Ich bin gespannt, was 2026 so alles für uns bereit hält und wünsche euch viele schöne Momente & Begegnungen – mögen eure Träume & Wünsche sich erfüllen! Happy new year!

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