KREATIVE NATURFOTOGRAFIE

„Schon wieder dieser Berg“, denke ich mir, als ich durch mein Insta-Feed scrolle. Er langweilt mich, ich sehe ihn zum gefühlt zwanzigsten Mal in den letzten Tagen und Wochen. Wer auch oft in den Sozialen Medien unterwegs ist, wird sie kennen, die Trends in der (Landschafts-)Fotografie. Und wird vielleicht ebenso ab und zu die Kreativität etwas vermissen…

Diese Einleitung mag etwas überheblich klingen. Natürlich will ich damit niemandem ans Bein pinkeln, sondern viel mehr einen Blick über den Tellerrand wagen. Ich habe mich nämlich die letzten Tage und Wochen wieder etwas bewusster gefragt, wo ich mit meiner Fotografie hinmöchte. Ich habe in den letzten Jahren mit der Wildlife- und Landschaftsfotografie zwei Sparten kennen und lieben gelernt, die mich nach wie vor faszinieren und in die ich mich weiter vertiefen will.

Ich denke aber, dass bei jeder Passion früher oder später der Punkt kommt, wo man seine bisherige Herangehensweise hinterfragt, vielleicht sogar etwas gelangweilt oder unmotiviert ist (siehe dazu auch meinen Blog aus dem Jahre 2018) oder schlicht neugierig darauf, etwas anderes auszuprobieren. Die eigene Kreativität wieder etwas herauszufordern, weg von dem was man kennt & kann, rein in etwas Neues, dass man erst wieder erlernen muss (darf).

Mich faszinieren momentan kreative Ansätze in der Naturfotografie sehr. Minimalistische, intelligent komposierte Bilder, die man oft erst auf den zweiten Blick durchschaut. Solche Bilder sammeln in den Sozialen Medien meist nicht viele Likes, aber zeigen die Schönheit der Natur oft auf überraschende Art und Weise. Deshalb will ich in Zukunft (wieder) vermehrt experimentieren: in der Landschaftsfotografie mehr mit langen Brennweiten arbeiten und Formen & Linien suchen, in der Tierfotografie noch mehr mit Offenblende schöne Bokehs zaubern, Detailaufnahmen, besondere Lichtsituationen und Winkel suchen etc. Und wer weiss, vielleicht wage ich mich auch mal an die Makrofotografie…

Das waren ein paar Beispiele, was ich mit „Kreativer Naturfotografie“ meine. Weitere habe ich in meiner Portfolioseite gesammelt, welche sich hoffentlich stetig mit neuen Aufnahmen füllen wird.

Wenn euch solche Fotos gefallen, empfehle ich euch, auch bei folgende Künstlerinnen und Künstler vorbei zu schauen, deren Arbeit ich sehr inspirierend finde:

  • Chris Kaula – Tierfotografie der etwas anderen, eben sehr kreativen, Art
  • Susanne Venditti – Natur- und besonders Makrofotografie experimentierfreudig und kunstvoll umgesetzt
  • Thomas Heaton – Landschaftsfotografie vernab von Insta-Hotspots und oftmals mit Tele statt Weitwinkel

Was denkt ihr zu dem Thema? Gefallen euch solche Aufnahmen? Was ist überhaupt Kreativität? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

2 Kommentare

  1. 25. August 2020
    Antworten

    Sälü Mel, ähnliche Gedanken trage ich schon eine Weile mit mir herum. Was braucht es, um neue Bildideen zu entwickeln? Wie komme ich weg vom Social Media Mainstream? So war ich beispielsweise schon länger nicht mehr mit dem Weitwinkelobjektiv unterwegs für die Landschaftsfotografie, sondern habe dort auch oft das 200mm f2.8 oder das schwere 300mm f2.8 dabei, um „etwas Anderes“ zu tun, als man täglich sieht. Ich versinke dabei oft völlig in der Situation, wenn ich nach Details in der Landschaft ausschau halte. Mir gefällt der Prozess sehr, solche Bilder entstehen zu lassen und ich schaue mir die Art Bilder sehr gerne an. Sie haben Charakter und polarisieren oftmals, haben aber für mich persönlich mehr Wert, als wenn ich einfach etwas Bekanntes kopiere. Grüessli, André

  2. Bruno Rohner
    6. September 2020
    Antworten

    Hey Mel. Ich finde solche „Kreative Naturfotografie“ absolut inspirierend. Insbesondere die Landschaftsfotos von Susanne Venditti und Thomas Heaton haben es mir angetan. Ich finde Du darfst ruhig Dein Portfolio mit weiteren so schönen Aufnahmen erweitern. Besten Gruss, Bruno. http://www.naturfotorohner.ch

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